FDP.Die Liberalen
Bezirkspartei Meilen
Bezirkspartei Meilen
06.10.2017

Zu Besuch beim Leuchtturmprojekt CO2 Staubsauger

Hat die Umwelttechnik bereits Lösungen für die Bekämpfung des Klimawandels? Gerade mal 750 000 Container wie den auf dem Dach der KEZO benötigen würde, um die Welt CO2 neutral zu machen. Mit diesen Angaben waren die Besucher nun vorbereitet für die Besichtigung auf dem Dach.

CO2 Staubsauger

 

Der Lift brachte alle in die luftige Höhe des 6. Stocks der KEZO, wo sich auf dem Flachdach die imposante Anlage präsentiert mit 18 Ventilatoren, welche die Umluft ansaugen. Die Besucher brannten darauf mehr zur Technologie zu erfahren. Anhand eines auf dem Dach angebrachten Schemas erläuterte Gutknecht die relativ simple Filtertechnologie, welche auf Adsorption des CO2 im Granulat bis zur Sättigung und anschliessender Ablösung mithilfe von Wärme und Strom basiert. Wichtige Rahmenbedingung für die Ökoeffizienz ist dabei, dass die anfallende Abwärme der KEZO für den Prozess genutzt werden kann. Das Diese Frage stand im Zentrum der Einführung von Kantonsrat Jörg Kündig zum Besuch der ersten CO2 Flitrierungsanlage, zu dem die FDP Bezirk Meilen am 26. Sept. eingeladen hatte. Im Besuchszentrum der KEZO Hinwil zeigte Kündig auf, dass gerade solche Projekte genau auf der Linie der FDP Energiepolitik liegen. Interessant für das Projekt ist vor allem die Nähe zur KEZO wie Jörg Kündig aus der Sicht des Gemeindepräsidenten der Nachbargemeinde Gossau weiss. Damit waren die ca. 20 Teilnehmenden eingestimmt auf das Einführungsreferat von Valentin Gutknecht, Marketingleiter von Climeworks. Gutknecht führt aus, dass jährlich weltweit 10 Giga Tonnen CO2 Reduktion nötig sind um das Pariser Klimaabkommen, welches die Schweiz mitunterzeichnet hat, umzusetzen. Das Pionierprojekt auf dem Dach der KEZO filtriert pro Jahr 900 Tonnen CO2 aus der Luft und leitet dieses direkt der benachbarten Gärtnerei zu. Die Anlage stellt das weltweit erste kommerzielle Projekt dar, welches auch einen Endkunden hat. Gutknecht rechnete aus, dass es Kernstück und Knowhow der Firma jedoch ist das innovative, in vielen Varianten ausgetüftelte Filtermaterial, welches ca. 2000 Adsorptionszyklen erlaubt. Im Betrieb sättigen sich die Filter über ca. 2 Stunden und das CO2 wird anschliessend in einem ca. stündigen Prozess gelöst. Dadurch ist die Anlage sehr wartungsfreundlich. Das Monitoring der Prozesse erfolgt vom Hauptsitz von Climeworks in Zürich. Das abgeschiedene CO2 gelangt gasförmig über eine Pipeline direkt vom Dach zur Gärtnerei, wo es zur CO2 Anreicherung der Luft in den Gewächshäusern dient. Letztlich wird also das CO2 im Gemüse fixiert.

 

Wegen des leicht regnerischen Wetters wurde die Fragestunde zurück ins Verwaltungsgebäude verlegt, wo die Besucher verschiedenste Fragen zur Wirtschaftlichkeit, aber auch zur Ökologie stellten. Valentin Gutknecht gab präzise Antworten, auch in Bezug auf das Geschäftsmodell des ETH Start-ups, welches inzwischen 45 Mitarbeiter beschäftigt. Je nach Projekt werden Investoren oder Fördermittel eingesetzt. Vielversprechend scheint auch die geplante Anlage auf Island, wo CO2 in Umfeld der Geysire in Kalk umgewandelt wird. Climework hat die Vision bis 2045 mit seinen Anlagen 1% des weltweiten CO2 Ausstosses zu kompensieren. Nachdem der Referent mit Applaus verabschiedet wurde, unterhielten sich die Gäste angeregt bei einem Apero. Diskutiert wurden nicht nur technologische Lösungen aller Art zur Reduktion der Klimagase sondern auch die Rolle der Politik in der Umsetzung. Gegen halb neun verabschiedeten sich die Besucher von den Organisatorinnen der FDP: Dr. Marion Tobler, Regula Baggenstoss und Bettina Schweiger mit einem herzlichen Dank für die gelungene Veranstaltung.