Saubere Luft dank Sonnenkollektoren
Jedes bewohnte Haus hat einen Briefkasten, und bald auch eine Sonnenkollektoranlage. An der Goldküste scheint die Sonne so stark, dass in Zukunft alle mit solar aufgeheiztem Wasser duschen und heizen könnten! Das wäre ein gewaltiger Schritt gegen die drohende Klimaerwärmung.
Für Neubauten lohnen sich die Zusatzinvestitionen für Sonnenkollektoren bald. Bei Umbauten ist die Amortisationszeit gut 20 Jahre, mit dem aktuellen Oelpreis gerechnet. Doch wie lange bleibt der Energiepreis auf dem heutigen Niveau? Wie gross sind die Welt-Vorräte noch von Erdöl und Gas und wie hart kämpfen wir um den letzten Tropfen? Wie lange erträgt es das Klima unserer Erde noch, dass wir in Jahrmillionen entstandene Bodenschätze einfach verbrennen?
Dank Sonne beste Energieausbeute
Vielfältigste spannende Fragen wurden am Informationsabend zur Sonnenenergie in Herrliberg in der Vogtei diskutiert. Wie sinnvoll ist die Energieausbeute pro Jahr mit Sonnenkollektoren? Dies zeigte Cristiano Covelli, Marketingleiter von Schweizer Metallbau in Hedingen an einem einleuchtenden Beispiel: „aus 1 m2 Raps gibt es 1kWh Energie, aus 1m2 Solarstrompanels gibt es 100 kWh Energie, und aus 1m2 Sonnenkollektoren für Wärme? Ganze 700 kWh Energie! Also, packen wir’s an!“ Gemeinderat Felix Besser konnte die solarfreundliche Stimmung des Herrliberger Gemeinderates bestens vermitteln. So hat Herrliberg doch soeben 36 Genossenschaftswohnungen mit Sonnenkollektoren eingeweiht und auf dem Oberstufenschulhaus die grösste Solarstromanlage im Bezirk Meilen in Betrieb genommen. Gleichzeitig ist der Gemeinderat am diskutieren eines Förderreglements für Energiesparen und Sonnenenergie-Nutzung. Dies freute Fredi Bänninger von Bänninger und Zolliker Heizungen in Herrliberg. Seine Firma hat in den letzten 20 Jahren bereits 80 Sonnenkollektoranlagen erstellt, leider nur 15 davon in Herrliberg. Der Einbau einer Sonnenkollektoranlage für Warmwasser kostet rund 17'000 Franken, für die zusätzliche Kombination mit der Heizung 40'000 Franken, je nach vorhandener Infrastruktur im Gebäude. Die Lebensdauer beträgt über 20 Jahre. Die graue Energie für die Kollektoren ist in 9 Monaten amortisiert, als Gegensatz dazu braucht eine konventionelle Heizung jährlich neue Energie! Zusätzlich ist Solarenergie einheimisch, sauber und erneuerbar. Herrliberg hat über 2000 beheizte Gebäude, ist eine der reichsten Gemeinden in der Schweiz, hat aber erst 50 Sonnenkollektoranlagen. In Hedingen stehen mehr als doppelt soviele Solaranlagen pro Kopf in Betrieb, und Deutschland und Oestereich sind uns in diesem Bereich um über 10 Jahre voraus. Das ergibt einen grossen Nachholbedarf.
Mit Solarenergie gegen Wirtschaftskrise
Dies zeigt sich auch in den steigenden Umsatzzahlen von Schweizer Metallbau. Trotz Wirtschaftskrise zeigt dort die Produktionskurve von Sonnenkollektoren steil nach oben mit einem jährlichen Wachstum von über 30%. Kommt dazu, dass 80% der Kollektoren für den Export produziert werden. Die 90-jährige Firma Schweizer Metallbau hat sich vom herkömmlichen Metallbaubetrieb zu einem sehr modernen Produktionsbetrieb entwickelt mit 530 Mitarbeitern. Produzierte sie früher nur Fassaden, Fenster, Türen und Briefkästen, so hat sich dank innovativer Führung die zusätzliche Abteilung für Sonnenkollektoren in den letzten 33 Jahren zum grössten Geschäftsbereich entwickelt. Jedes Haus hat einen Briefkasten, jeder dritte Briefkasten ist von Schweizer. Wie viele Jahre dauert es, bis jedes Haus auch Sonnenkollektoren auf dem Dach hat? Herrliberg will da einen Schritt vorangehen und zeigt sich bei der Bewilligung von Solaranlagen sehr grosszügig. Nach einem Gespräch mit dem Bauamt kann die Dach-Solaranlage meistens in einigen Tagen im einfachen Anzeigeverfahren bewilligt werden, ohne Kostenfolgen für den Gesuchsteller. Etwas schwieriger ist es nur für die Häuser, die unter Heimatschutz gestellt sind oder die in der Kernzone stehen.
Die FDP Präsidenten Karl Schädler Herrliberg und Bettina Schweiger Bezirk Meilen freuten sich über den gelungenen Diskussionsabend und genossen das engagierte Weiterdiskutieren beim anschliessenden Aperitif. Schlüsselaussage für viele waren die Worte von Zahnarzt Georg Schwarz: „Langfristig gerechnet stimmt die Oekologie mit der Oekonomie überein, packen wir’s an!“

v.l.n.r. Felix Besser (Gemeinderat Herrliberg), Fredi Bänninger, Bettina Schweiger (Präsidentin FDP Bezirk Meilen), Cristiano Covelli, Karl Schädler (Präsident FDP Herrliberg) |