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Die Bezirks-FDP setzt auf den guten Willen (ZSZ, 16.5.2009, S.2)

Bezirk Meilen Petition zu Angebotsverbesserungen auf den S-Bahn-Linien

Die Bezirks-FDP setzt auf den guten Willen

Die Regierung hat auf die Anfrage von SVP-Exponenten zur Entlastung der S7 und zum Ausbau der Kapazität des ZVV geantwortet. Dazu äussert sich nun auch noch die FDP-Bezirkspartei.

Die Ankündigung der FDP des Bezirkes Meilen, eine Petition zur Angebotsverbesserung auf der S-Bahn-Linie Zürich–Meilen–Stäfa zu starten (vergleiche «ZSZ» vom 30. Januar), hat zwei SVP-Kantonsräte zu einer Anfrage an den Regierungsrat veranlasst. In seiner Antwort berücksichtigt der Regierungsrat nicht, dass die Bevölkerung im oberen Teil des Bezirkes Meilen weiterhin rasant wächst. Die Einwohnerzahl wird laut Prognosen der ZPP (Zürcher Planungsgruppe Pfannenstil) in den nächsten fünf Jahren in dieser Region um gegen 5000 Einwohner zulegen.

Mit Erstaunen und Enttäuschung nehmen die FDP-Ortsparteien im Bezirk Meilen zur Kenntnis, dass der Regierungsrat trotz eines Passagierzuwachses von 1999 bis 2008 von mehr als 103 Prozent nicht gewillt ist, den bekannten unhaltbaren Zuständen in den S-Bahnen während den Stosszeiten möglichst rasch mit Massnahmen zu begegnen. Erst ab dem Jahr 2015 sind Entlastungszüge mit der neuen S20 offenbar am Morgen und am Abend zu den Stosszeiten und nur in Lastrichtung geplant. Der Hinweis auf die fehlende Durchmesserlinie wird vom Regierungsrat und vom ZVV schon reflexartig wiederholt, ohne sich überhaupt mit dem Inhalt der Fragen und Forderungen auseinanderzusetzen.

Massive Engpässe bleiben
Der Regierungsrat und der ZVV nehmen es offensichtlich in Kauf, dass trotz der kostspieligen Durchmesserlinie weiterhin massive Engpässe in den S-Bahn- Zügen für die Zürcher Bevölkerung bestehen bleiben. Dies erstaunt umso mehr, als die zürcherische Bevölkerung als Steuerzahler und Benutzer die Hauptgeldgeber des ZVV sind.

Wenig glaubwürdig erscheinen auch die angegebenen Kosten von 35 Mio. Franken für die Erstellung eines Abstellgleises in Herrliberg und die 50 Mio. Franken für den weiteren Ausbau der Doppelspur zwischen Herrliberg und Meilen. Anscheinend vertreten Regierungsrat und ZVV die Meinung, dass an der Goldküste auch mit Gold gebaut werden muss. Anders lassen sich diese Schätzungen nicht erklären. Der Bau eines Wendegleises könnte in Herrliberg rasch realisiert werden, weil die Geländevoraussetzungen schon gegeben sind.

Optimierung des Angebots
Die Petition zur Angebotsverbesserung auf der S-Bahn-Linie Zürich–Meilen– Stäfa, welche von der FDP Männedorf und Uetikon injiziert wurde, zeigt eine einfache, kostengünstige und realisierbare Möglichkeit auf. Die geplante S20 könnte – mit ein wenig gutem Wille – auch ohne Durchmesserlinie realisiert werden.

Warten verantwortungslos
Ein weiteres Zuwarten bis zum Jahr 2015 ist angesichts der Bevölkerungsentwicklung und des bestehenden Engpasses verantwortungslos und zeigt wenig Weitsicht. Angesichts der bevorstehenden Preiserhöhungen des ZVV und den überfüllten Zügen zu den Stosszeiten ist ein Ausweichen zurück aufs Auto absehbar. Kann es das Ziel des Regierungsrates und des ZVV sein, die Passagiere wegen schleppender und kurzsichtiger Planung zurück auf die Strasse zu treiben? Das Strassennetz auf dem Gebiet des Bezirks Meilen ist aber bald auch an seiner Kapazitätsgrenze angelangt und eine starke Verkehrszunahme wäre für alle verheerend!

Realistische Forderungen
Die FDP ist für ihre realistischen politischen Forderungen bekannt. Die Bevölkerung im Bezirk Meilen verdient es, ernst genommen zu werden. Die FDP Ortsparteien von Herrliberg bis Hombrechtikon möchten die Bevölkerung aufrufen, sich mit der Unterzeichnung der Petition zur Viertelstundentakt- Initiative für eine Verbesserung des Angebots zu wehren (siehe www.fdpbezirkmeilen.ch) und Druck auf den Regierungsrat und die ZVV-Verantwortlichen zu machen. (fdp)

Zürichsee Zeitung, 16.5.2009, S.2

 
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