FDP Bezirk Meilen: Autos als Statussymbol?24.1.2008 Ist Mobilität ein Menschenrecht? Jeder 7.Arbeitsplatz hängt von der Autoindustrie ab. Braucht der 65 kg schwere Mensch einen 2500 kg schweren SUV zur Fortbewegung? Das Durchschnittsauto hat 150 PS, die höchst selten ausgeschöpft werden, das ergibt einen sehr schlechten Motoren-Wirkungsgrad.
Am öffentlichen Diskussionsabend der Freisinnig demokratischen Partei in Erlenbach wurde fachlich hochstehend, zum Teil aber auch sehr emotional diskutiert. Der bekannte Zürcher ETH Professor Lino Guzzella zeigte klar auf, dass die Fahrzeugdichte vom Reichtum des Landes abhängt. In der Schweiz gibt es 0,6 Autos pro Person, in der USA 0,8 Autos und in China, Indien und Südostasien heute erst 0,02 Autos. Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung in Asien und dem brandneuen Billigauto Tata Nano wird sich der weltweite Automobilbestand von 800 Millionen schnell auf 1,2 Milliarden erhöhen. Damit steigen auch die negativen Auswirkungen der Mobilität weiter an wie Energieverbrauch, Umweltbelastung, Unfallopfer und Bodenversiegelung. Computergesteuertes Gas-Brems-Pedal Für Prof. Guzzella sind energieeffiziente Fahrzeuge deshalb die beste Oelquelle. Als mittelfristiges Ziel nennt er ein Zwei-Liter-Auto. Diesel- und Benzinmotoren werden noch lange gebaut werden, da sie in der Herstellung billig sind. Die nahe Zukunft ist die Hybrid-Ergänzung mit zusätzlichem Elektroantrieb für Kurzstrecken. Seine Vision ist ein Verkehrssystem mit hoher passiver Sicherheit dank GPS, Radar, Chips und computergesteuertem Gaspedal. Dank radargesicherter Mobilität in den Strassenräumen könnte jeder Verkehrsteilnehmer viel früher vor ungeahnten Störungen gewarnt und das einzelne Auto automatisch zur vorsichtigeren Fahrweise abgebremst werden. Hannes Gautschi ist Geschäftsleitungsmitglied von Toyota Schweiz und zuständig für Service und Training. Alle Autohersteller kämpfen mit der extremen Herausforderung, die hohen Kundenwünsche nach Komfort und Sicherheit in Zukunft vermehrt mit einer Reduktion der Umweltbelastung zu vereinbaren. Mit Vollhybrid in die Zukunft Als erste Firma engagierte sich Toyota aus dem dicht besiedelten Japan seit 10 Jahren zur erfolgreichen Einführung der Hybridtechnik. Toyota ist heute Marktleader mit dem Voll-Hybrid, der den Benzinverbrauch und die CO2-Emissionen beinahe um die Hälfte reduziert, Fernziel ist die Reduktion auf einen Drittel. Beim Schweizer Lexus-Verkauf hat der Hybrid-Anteil schon die hohe Quote von 75% erreicht. Bezüglich Energieverbrauch und CO2-Ausstoss ist heute nur der Smart Diesel noch besser. Adolf Flüeli, dipl.Masch.-Ing. sieht den aktiven Umweltschutz in der Mobilität ebenfalls durch Investitionen in innovativere Fahrzeuge und in passive Verkehrssteuerung. Für die Zukunft sieht er den emmissionsfreien motorischen Wasserstoffantrieb (nicht Brennstoffzelle). Seine negativen Ausführungen zum Road Pricing wurden vom Publikum jedoch vehement bestritten. In der von den Jungfreisinnigen Alain Schreiner und Fabian Krek geleiteten Diskussion, wurde bald klar, dass die Industrie das produziert, was der Markt nachfragt. Die Konsumenten hatten früher den sparsamen und innovativen VW-Lupo nicht gekauft, heute kaufen sie den Toyota Hybrid. Zum Schluss wurde gewünscht, dass die Schweiz als reiches Land vermehrt in die Forschung für umweltbewusstere Automobiltechnik investieren sollte. Dieses Wissen strahle international aus und komme dann unserer Umwelt zu Gute. |