FDP Bezirk Meilen: Alle wollen Sonnenstrom!9.4.2008 In Erlenbach diskutierten 100 ZuhörerInnen am öffentlichen Informationsabend über Solarstrom, organisiert von der FDP Bezirk Meilen.
In einer Stunde sendet die Sonne gleichviel Energie auf die Erde, wie die Weltbevölkerung in einem Jahr konsumiert. Kurzfristig verlangt eine Solarstromanlage hohe Investitionskosten, die folgenden 30 Betriebsjahre produziert sie dafür umweltfreundlich regelmässig gratis und konstant saubere Energie, und dies beinahe wartungsfrei. Bei sparsamem Verbrauch könnte jeder Einfamilienhausbesitzer einen Grossteil seines Energiebedarfes für Wärme und Strom auf seinem Dach in eigener Verantwortung selbst produzieren. Deshalb gründete Eva Leutenegger vor 11 Jahren die Solargenossenschaft Küsnacht und leitet sie bis heute mit grossem Erfolg. Im Namen der FDP gratulierten ihr der Jungfreisinnige Fabian Krek und alle Anwesenden für ihre harte Pionierarbeit, die diesen Winter sogar mit dem bekannten Umweltpreis „Prix de femmes“ von Yves Rocher belohnt wurde. Schweizer Energie zu 85% aus dem Ausland! Anschliessend führte der Erlenbacher FDP-Bauvorstand Urs Berli, der selbst zwei private Solarstromanlagen plant, durch den Abend. Die Verbrennung fossiler Energien bedroht unser Klima immer mehr. Die Erdölvorräte gehen zur Neige und auch Gasvorkommen sind beschränkt. Deshalb empfiehlt David Stickelberger, Geschäftsleiter der Swissolar, (schweiz.Beratungsstelle für Sonnenenergie) die bisherige Energieverschwendung zu stoppen und in erneuerbare, einheimische Energien zu investieren. Für Hausbesitzer heisst das, Gebäude intelligenter Bauen, Sanieren und Unterhalten. „Investieren Sie in grosse Südfenster, sonnenbeheizte Wintergärten, bessere Wärmedämmungen, Wärmepumpen mit Erdsonde oder Holzheizungen, sparsame Elektrogeräte der A-Klasse, Komfortlüftung, Sonnenkollektoren für Warmwasser und Photovoltaikpanels für die eigene Stromproduktion“. Investitionen für Solaranlagen sind zu 50% bis 100% an den Steuern abzugsfähig und viele Kantone und Gemeinden bezahlen Förderbeiträge. Solarstromanlagen sind einfach! Christian Roeske ist Niederlassungsleiter Schweiz vom Photovoltaik-Anlagenhersteller SunTechnics in Küsnacht. Er kennt sich im High Tech Markt der Photovoltaikbranche sehr gut aus. Die verschiedenen Paneltypen produzieren Strom mit unterschiedlichen Wirkungsgraden zwischen 5 bis 20 %, je nachdem ist mehr Panelfläche notwendig für die gleiche Leistung. Oerlikon Solar baut eine Fabrik für Dünnschichtzellen bald auch im Tessin. Gute Wechselrichter liefert die Firma Sputnik aus Biel, die einen Drittel vom Weltmarkt abdeckt und Huber + Suhner liefert die Verbindungskabel dazu. Es gibt drei Anlagetypen zur Montage von Solarpanels, die freistehenden auf der grünen Wiese, die in der Gebäudehülle integrierten (z.B. anstelle von Ziegeln) und die auf dem Gebäude zusätzlich angebauten. Grundsätzlich ist die graue Energie in 6 Monaten bis 3 Jahren abgedeckt, die Lebensdauer der Panels ca. 30 Jahre, der Unterhaltsaufwand minimal (1x/Jahr reinigen und kontrollieren) und Hagelschäden höchst selten bis nie. Solarstrom wird rentabel! Dank grossindustrieller Panelproduktion sollte in cirka 10 Jahren der Solarstrom die gleichen kWh-Preise wie die konventionellen Energieträger erreichen. Bis dahin führt der Bund ab 1.Januar 2009 ein ausgeklügeltes System für die kostendeckende Einspeisevergütung ein. Hierüber informierte Thomas Nordmann, Geschäftsführer der TNC Consulting AG in Erlenbach und Verfechter der kostendeckenden Vergütung bereits seit 1991, wo diese erstmalig in Burgdorf in der Schweiz eingeführt wurde. Dazu bezahlen Alle ein wenig mehr auf ihrem Energiepreis (ca. 2.50 SFr. pro Haushalt und Monat) Mit dem Ueberschuss können dann die Wenigen, die eine Solarstromanlage bauen, ihren Strom kostendeckend ins Netz einspeisen. Der Preis variiert heute je nach Anlagesystem zwischen 50 bis 90 Rappen pro kWh. Da nur eine bestimmte Menge Geld zu Verfügung steht, müssen sich die Anlagenbesitzer sofort ab dem 1.Mai bewerben mit dem Formular bei www.swissgrid.ch . Beurteilungskriterien sind Bewilligungsstand der Anlage, voraussichtliche Jahresproduktion und Datum des Poststempels. Weitere Infos erteilt auch www.swissolar.ch oder Ihr Elektrizitätswerk. Die anschliessende Publikumsdiskussion wurde sehr rege benutzt und beim Apéro noch länger weiterdiskutiert. Fabian Krek wünschte zum Schluss allen viel Tatendrang, dass die ältere Generation den jüngeren Bürgern in Zukunft eine gute Welt ohne Schaden an Umwelt und Finanzen übergeben könne. Hier können Sie die Präsentationen von Thomas Nordmann und David Stickelberger herunterladen. |