FDP Bezirk Meilen: Veranstaltung zum Thema Energieausweis für Gebäude 17.11.2007 Energie und Geld sparen dank Energieausweis Ein Laufmeter Tiefkühltruhe im Verkaufsgeschäft braucht gleichviel Strom pro Jahr wie eine vierköpfige Familie, nämlich 5000 kWh. Heizöl und Benzin werden immer noch teurer, bald folgen die anderen Energieträger nach. Gesprächsleiter Matthias Rüegg, Werkvorstand und Unternehmer aus Zumikon, ist sich sicher, dass dazu nicht nur die Migros enormen Handlungsbedarf sieht.
Dies war das Gesprächsthema am öffentlichen Diskussionsabend, organisiert von der freisinnig demokratischen Partei des Bezirks Meilen mit der Energiestadt Zumikon. Andi Brändli ist Energiebewirtschafter der Migros Ostschweiz (GMOS). Er zeigte temperamentvoll auf, wie die GMOS erfolgreich und professionell Kosten für teure Energieträger spart und gleichzeitig die Umwelt schont. Vor 4 Jahren bezahlte der Grosseinkäufer Migros noch 25 Rp./Liter Heizöl, heute bereits 1 Franken. In Wetzikon kostete das Wasser (inkl. Abwasser) vor 10 Jahren 1.20 Fr./m3, heute bereits 4.80 Fr./m3. Deshalb hat die Migros für alle ihre Gebäude und Verkaufsstellen schon seit 25 Jahren die Energiebuchhaltung eingeführt. Seit mehreren Jahren hat sie spezifische Energiekennzahlen für Verkaufsstellen eingeführt zu deren Vergleich untereinander, ähnlich dem Energieausweis. Energieausweis für alle 500 Migros-Filialen Der Energieausweis ist die optimale Vergleichsgrösse zur Abschätzung des Energiesparpotenzials jedes Gebäudes. In den letzten 14 Jahren ist die totale Verkaufsfläche der GMOS um 60% angestiegen. Dank einem einfachen Konzept von Energiebewirtschaftung und Sanierungsmassnahmen ist der gesamte effektive Wärmeverbrauch in der gleichen Zeit um 32% gesunken und der Wasserverbrauch sogar um ganze 60%. Richtungsweisend für die CO2-freie Migros-Energiezukunft ist der revolutionäre Minergie-Umbau der MM-Filiale Amriswil. In Zukunft wird die GMOS, sofern möglich, nur noch nach Minergie-Standard bauen. Nachhaltiges Bauen setzt sich durch und kann sogar Spass machen, wenn man so hoffnungsvoll auf tiefere Energieverbrauchszahlen wartet wie auf die Lottozahlen. Im Jahr 2006 hat der gesamtschweizerische Stromverbrauch nur um 0,8 Prozent zugenommen (Vorjahr 2%), und wer weiss, vielleicht nimmt er sogar bald ab. Energiebewusste Zukunft für Auto und Haus Das freut Christoph Gmür vom AWEL, Leiter Energietechnik des Kantons Zürich. Kurz vor der ersten Erdölkrise von 1971 erstellte Gebäude verbrauchen am meisten Heizenergie, nämlich rund 21 Liter pro Quadratmeter Bruttowohnfläche (= beheizte Wohnfläche mit Aussenwänden=EBF=Energiebezugsfläche). Moderne Minergiehäuser brauchen nur noch 4 Liter/m2. Dies ist wie beim Benzinverbrauch beim Auto pro 100 Kilometer von 21 Liter und darüber hinunter zu 4 Liter bei den Besten. Wieviel Geld bezahlen Sie als Leser für Energie und Wasser? Roland Vogel, Architekt und Energieberater aus Zumikon, zeigt, wie man mit einer Energiebuchhaltung den Energieverbrauch von Gebäuden für Heizung, Warmwasser und Strom misst. Den Totalverbrauch geteilt durch die Bruttowohnfläche ergibt die einfache Vergleichszahl „Energieverbrauch pro Quadratmeter“ für den Energieausweis. Dazu gab er eine einfache Excel-Tabelle für Hausbesitzer ab. Gebäude-Unterhaltskosten wichtiger als Investitionskosten Jeder Bauherr oder Hauskäufer interessiert sich für die Baukosten oder den Kaufpreis. Viel wichtiger werden jedoch in Zukunft bei steigenden Energiepreisen die Gebäude-Unterhaltskosten für die nächsten 20 Jahre, die dringend in die Rechnung mit einbezogen werden müssen. Die anschliessende Diskussion mit dem Podium und beim Apéro wurde sehr rege genutzt. Wie spart man richtig Energie und schont die Umwel? Zum Beispiel mit zusätzlicher Gebäudeisolation, dem Ersatz reiner Elektroboiler oder mit einer Nachtabsenkung bei der Heizung. Weitere Tipps gibt es auch an der nächsten öffentlichen Energieveranstaltung „Energieeffiziente Gebäude“ in Stäfa. Sie ist am Donnerstag, dem 22. November um 19.30 Uhr im Sonnenwiessaal, Programm unter www.fdpbezirkmeilen.ch. Zusätzlich gibt es eine Nachhaltigkeitstagung am 24.Nov. von 9-12 Uhr in Männedorf von www.viaklima.ch
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