FDP Bezirk Meilen: Veranstaltung zum Thema Heizungssanierung mit erneuerarbarer Energie 28.01.2007 Mit Sonnenkollektoren bis zu 80 Prozent Energie einsparen Der schweizweite Ersatz der 170'000 veralteten Elektro-Direktheizungen (jährlich 1360 MW Energieverbrauch) durch Wärmepumpen würde ein Atomkraftwerk einsparen!
Mitorganisator Toni Fischer, Präsident des Hauseigentümerverbandes Meilen und Umgebung, schilderte den 50 Zuhörern die begeisterten, positiven Rückmeldungen von Hausbewohnern in Minergie und in Minergie-P-Häusern. Wohnen in Minergiehäusern sei super und in Nullenergiehäusern sogar sensationell. Warum also diese klimafreundlichen Energiestandards nicht gleich beim eigenen Haus verwirklichen, bei der nächsten Sanierung, oder ganz sicher beim nächsten Neubau?
FDP-Gemeinderätin und Kantonsratskandidatin Ursula Gross aus der Energiestadt Küsnacht leitete fachkundig den öffentlichen Diskussionsabend der Freisinnig Demokratischen Partei in Stäfa zur klimabewussten Heizungssanierung. Referent Fritz Schuppisser ist Gründer und Geschäftsleiter der 25-jährigen Solarfirma Soltop AG aus Elgg. Als Kaufmann und Installateur beschäftigt er 30 Mitarbeiter. 1999 erhielt er den Schweizer Solarpreis für seine wirkungsvollen Solaranlagen. Heute kann mit ein- bis zwei Quadratmetern Sonnenkollektoren pro Person im Einfamilienhaus 80 Prozent des ganzen Jahres-Energiebedarfs für die Warmwassererzeugung gedeckt werden, im Mehrfamilienhaus 60 Prozent. Im modernen Minergiehaus können die Sonnenkollektoren sogar bis 75 Prozent der Energie für Warmwasser und Heizung decken. Dies bedingt aber einen grösseren, speziell beschichteten Boiler, der die Sonnenwärme bei Regenperioden über mehrere Tage speichert. Mehrkosten für die Solarinvestitionen können im Kanton Zürich zu 100 Prozent von den Einkommens-Steuern abgezogen werden. Sonnenkollektoren werden in jedem Süddach oder an der Südfassade baulich optimal integriert. Viel mehr Energiesparen und einheimische Energieträger Gemäss Rolf Baumgartner, Produkt Manager bei Hoval Herzog AG in Feldmeilen, ist sonnenklar, dass vor jeder Heizungssanierung zuerst die ganze Gebäudehülle auf unnötige Kältebrücken überprüft werden muss. Denn gegen die drohende Klimaerwärmung muss heute jeder einzelne etwas tun. So soll zuerst der Energieverbrauch des Hauses auf das Minimum abgesenkt werden. Ist der warme Wohn-raum vom kalten Estrich oder Dach gut abisoliert und ebenso die Kellerdecke? Sind Fenster und Türen dicht und am besten 3-fach verglast? Können Aussenwände, vor allem im Norden, nachisoliert werden? Könnte eine einfache, kontrollierte Lüftung mit Wärmeaustauscher sinn volleingebaut werden? Sind Kamin und ev. Oeltank noch gut erhalten? Dann stellte er die Vorteile der neuen technischen Anlagen vor im Vergleich zu über 10-jährigen Modellen. In Zukunft müssen dringend mehr einheimische, erneuerbare Energiequellen wie Sonne, Erdwärme, Biomasse oder Holz eingesetzt werden. So gehören heute Sonnenkollektoren zur Gratis-Wärmeerzeugung auf jedes Hausdach oder an die Südfassade. Sinnvollste Heizungsergänzung liefern Wärmepumpen mit Erdsonde, die auch im kalten Winter zwei Drittel Gratiswärme aus dem warmen Boden beziehen. Jede Holzheizung, auch Cheminées, müssen gut geplant werden für eine optimale Verbrennung. Für importiertes Oel und Gas sollten neu nur noch kondensierende Heizkessel mit viel besserem Wirkungsgrad installiert werden. Dringend Cheminées wärmetechnisch optimieren Peter Rüegg von Rüegg-Cheminée in Zumikon ist Biologe ETH und Hafner. Zusammen mit seinen zwei Brüdern führt er die 50-jährige Familienfirma mit 80 Mitarbeitern und Filialen im Elsass und in Oesterreich. Sie sind spezialisiert auf Holz-Kleinheizungen wie Zimmeröfen, Cheminées und intelligente Kachelofensysteme (auch ohne Kacheln). An der Swissbau in Basel stellten sie soeben ihren brandneu entwickelten und patentierten Feinstaubfilter für neue Holzfeuerungen vor. Für die 640'000 bestehenden Holzfeuerungen in der Schweiz ist ein Feinstaubfilter in Planung. Holz ist einheimisch, nachwachsend und deshalb CO2-neutral. Heute wachsen in der Schweiz jährlich 10 Millionen Kubikmeter Holz, erst die Hälfte davon wird genutzt. Neue Holzfeuerungsanlagen sollten gesetzeskonform und typengeprüft sein, um den Feinstaubgrenzwert nicht zu überschreiten. Dazu ist auch ein optimaler Betrieb nötig mit der richtigen Holzsorte, trockenem Holz, und einer optimal geregelten Luftzufuhr. Alle Cheminéefeuerräume sollten in Zukunft unbedingt mit einer Glasscheibe vom Wohnraum abgetrennt werden. So kann die optimale Luftzufuhr besser geregelt werden, damit das Holz vollständig zu ganz feiner Asche verbrannt wird. Die Glasscheibe verhindert auch zusätzlich den Abzug der Raumwärme durch den Kaminzug, wenn das Cheminee nur noch schwach brennt, oder wie in den meisten Fällen, mehrheitlich ausser Betrieb ist. |