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Veranstaltung zu nachhaltigen Wirtschaft

FDP Bezirk Meilen:
Veranstaltung zu nachhaltigen Wirtschaft

5. September 2007

Nachhaltigkeit als Chance für Innovationen

Was ist Lebensqualität? Diese Frage wurde am öffentlichen FDP-Diskussionsabend in Küsnacht lebhaft diskutiert. Rund 50 Leute informierten sich über die Ziele der nachhaltigen Wirtschaft und steuerten auch ihre eigenen Denkansätze bei.

 FDP-Gemeinderätin und Nationalratskandidatin Ursula Gross Leemann schilderte kurz die Ursprünge der nachhaltigen Entwicklung von der Schweizer Waldwirtschaft bis zum Stern Report. Dieser prangert die Gegensätze von Entwicklung und Umweltschutz als „das grosse Versagen der demokratischen Regierungen“ an. Antoinette Hunziker, CEO Forma Futura Invest AG in Zürich und Ex-Chefin der Schweizer Börse, legte zum Start einige eindrückliche Tatsachen vor. Es leben gleichviele Uebergewichtige wie hungernde Menschen auf unserer Welt. Jährlich sterben 3 Millionen Leute an Aids und 2 Millionen an der Luftverschmutzung. In den USA fühlen sich Mütter mit Kindern gestresster und ungesünder als vor 30 Jahren. Der durchschnittliche Mensch konsumiert 6-7 kg Lebensmittel-Zusatzstoffe pro Jahr. In der Schweiz sind 45% der Sozialhilfeempfänger unter 26 Jahre alt.

Mehr Nachhaltiges Denken und Handeln
Deshalb sei es heute an der Zeit, die bisherigen Werte der „modernen“ Gesellschaft wie Profitmaximierung, materielles Wachstum, Kurzlebigkeit und Individualismus wieder zu den wirklichen Bedürfnissen des Menschen zu lenken. Dies leitet klar weg von der Quantität und hin zu mehr Qualität. Lebensqualität heisst auch gedeckte materielle Grundbedürfnisse, Wahl- und Handlungsfreiheit, ein festes soziales Beziehungsnetz, Gesundheit und Sicherheit. Forma Futura, die Firma für unabhängiges Vermögensmanagement, berät ihre Kunden, wie sie ihr Geld nach den drei Dimensionen der Nachhaltigkeit anlegen können. So sollten Wirtschaft, Umwelt und Soziales zu einem ausgewogenen Verhältnis zueinander stehen. Der Kunde soll klar die Richtung angeben, welche Werte ihm wichtig sind, wohin sein Geld fliessen soll und was er damit Wertvolles unterstützen will.

Nachhaltiges Schweizer Vorzeigeunternehmen
Roland Högger, Leiter Umwelt und Nachhaltigkeit, der Firma Geberit International AG aus Rapperswil-Jona schilderte den Erfolgsweg der 130-jährigen Firma. Für Geberit ist Nachhaltigkeit die Chance für ihre innovativen Lösungen als wirtschaftliches Erfolgsrezept. In Zukunft wird das Wasser knapp, statt 14 Liter Trinkwasser für die Toilettenspühlung braucht ein Geberit-Spühlkasten nur 6 Liter, mit der Kleinmengenspühlung sogar nur 3 Liter. Diese Innovation löste einen Verkaufsboom aus und bis Ende letzten Jahres wurden weltweit dank effizienten Geberit- Spülkästen 4500 Millionen Kubikmeter Trinkwasser eingespart, was einem Viertel des Wasserverbrauches von ganz Afrika entspricht. Im nach internationalen Richtlinien erstellten Nachhaltigkeitsbericht 2007 wurde Geberit als erste Schweizer Firma mit der Bestnote A ausgezeichnet. Nachhaltigkeit betrifft viele Bereiche, wie motivierte Mitarbeiter durch gute Arbeitsbedinungen, Integration behinderter Menschen, Steigerung der Oekoeffizienz, Reduktion der Treibhausgase durch Energiesparen und Energieeffizienz, zufriedene Kunden und innovative Produkte. Wettbewerbsfähige Produkte zeigen einen hohen Umweltnutzen durch Langlebigkeit, Recyclierbarkeit, Nachrüstbarkeit, 25 Jahre Ersatzteilgarantie, Verzicht auf problematische Materialien wie Blei und PVC, Ressourceneffizienz, etc.

Freiwillige CO2-Kompensation
myclimate ist ein junges Start-up Unternehmen aus der ETH Zürich, als Stiftung organisiert, und im Bereich der freiwilligen CO2-Kompensation tätig. Dem Geschäftsführer René Estermann ist die Nachhaltigkeit sehr wichtig in der Unternehmensführung, den Firmenzielen und dem Produkteangebot. myclimate verfolgt den Zweck der „Förderung von Energieeffizienz, erneuerbarer Energien, nachhaltiger Strukturen und Klimaschutzmassnahmen". Kerngeschäfte sind die CO2-Kompensation für Unternehmen, Eventorganisationen und Privatpersonen. Dazu gehören auch das Entwickeln hochwertiger Klimaschutzprojekte, Bildungsprojekte, Con-sulting und Kampagnen, wie zum Beispiel eine Ausstellung im Verkehrshaus Luzern, Aktionen mit Schulklassen und halbtägige Unterrichtseinheiten für Kantonsschüler und Lehrlinge. Die Stiftung zeichnet sich durch ein rasantes Wachstum und einen guten Kundenstamm aus wie Kuoni, Fifa World Cup Germany 2006, World Economic Forum Davos, Kuoni, Travelhouse, Caritas und viele Privatpersonen.
FDP-Kantonsrätin Carmen Walker Späh, Rechtsanwältin und Nationalratskandidatin, leitete die anschliessende interessante Diskussion mit dem Publikum sehr effizient. Diskutiert wurde hauptsächlich die Problematik der Bevölkerungsexplosion und die freiwillige CO2-Kompensation. Die Zuhörer nahmen den Ausspruch von Robert Junk gerne als Herausforderung mit auf den Heimweg: „Die Welt kann verändert werden, Zukunft ist kein Schicksal“. Jeder soll in seinem Bereich die Verantwortung für eine nachhaltige Entwicklung selbst wahrnehmen, dann kommt eine Welle in Bewegung, von der sich noch mehr Leute mitreissen lassen, und die Veränderung beginnt.

 
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